Karma und Vergebung

Viele von uns haben bereits von Karma gehört – als eine östliche Lehre, oder als etwas, das es vielleicht gibt, vielleicht auch nicht. Master Sha lehrt, daß Karma ein Universelles Gesetz ist. In jedem Land gibt es bestimmte Gesetze, die wirksam sind für uns als Bewohner dieses Landes. Sie treten in Kraft, egal ob wir sie kennen oder nicht, egal ob wir sie befolgen oder nicht. Auch wenn ich nicht weiß oder daran glaube, daß Diebstahl strafbar ist, werde ich trotzdem mittels der Gesetze des Landes, in dem ich lebe, zur Verantwortung gezogen. Genauso verhält es sich mit dem Universellen Gesetz des Karma.

Alles, was uns widerfährt, ist eine direkte Folge dessen, was wir oder unsere Ahnen in diesem oder früheren Leben gedacht, gefühlt, gesagt und getan haben. „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“ ist ein Sprichwort, das die Wirkungsweise von Karma sehr gut trifft. Die Herausforderung an der Sache ist, daß wir nicht wissen, was wir in früheren Leben gedacht, gefühlt, gesagt und getan haben, und so scheinen die meisten Ereignisse in unserem Leben zufällig zu sein. Manche haben eben Glück und andere Pech. Manche sind gesund, andere krank, und so ist es eben.

Die Verantwortung zu übernehmen für alles, was uns widerfährt, bedeutet nicht, „schuld“ zu sein, „bestraft“ zu werden oder womöglich es nicht wert zu sein, Liebe, Vergebung und Mitgefühl zu erhalten. Wie kann jemand „schuld“ sein, der es nicht besser weiß oder wußte. Wir machen Fehler, um daraus zu lernen. Alle Seelen sind Kinder des Göttlichen und verdienen gleichermaßen, geliebt zu werden, Mitgefühl und Vergebung zu erhalten, egal was sie getan oder nicht getan haben. Wir alle hatten ausnahmslos Leben, in denen wir Täter waren, Opfer waren, Helfer waren, in denen wir viel Gutes getan haben, viel gelitten haben oder viele Fehler gemacht haben. Verantwortung zu übernehmen für all das, auch ohne zu wissen, was genau es war, und zu vergeben auf Seelenebene, ist enorm kraftvoll.

Negatives Karma gleicht einem Pingpong-Spiel zwischen zwei Seelen, die immer wieder den Ball ins Feld des Gegenübers zurückschlagen und nicht wissen, wie sie damit aufhören sollen. Es ist egal, wer angefangen hat, denn beide Beteiligten leiden gleichermaßen, und ein großer Teil ihrer Energie ist an dieses Pingpong-Spiel gebunden. Wann kommt der Ball wieder in mein Feld, wie weh wird es diesmal tun, und wie kann ich ihn zurüschlagen, so daß der andere ihn möglichst nicht mehr trifft, sich geschlagen gibt und geht.

Mit diesem Denken, mit diesem Verhalten wird das Spiel niemals aufhören. Der einzige Weg, aus dem Spiel auszusteigen, ist Vergebung. Den Wunsch loslassen, daß der andere sich anders verhält oder sich in der Vergangenheit anders verhalten haben sollte. Es ist wie es ist, und ich kann andere nicht verändern. Ich kann nur bei mir selbst anfangen. Ich kann beschließen, den Ball nicht mehr zurückzuschlagen und den anderen um Vergebung bitten für meine Beteiligung an dem Spiel, insbesondere für meine Schmetterbälle. Und ihm vergeben für all die Schmetterbälle, die er in mein Feld geschlagen hat, sowie für seine Unfähigkeit, damit aufzuhören. Ich selbst konnte ja auch nicht aufhören.

Vergebung ist nicht für jeden erstrebenswert. Manche genießen das Spiel, und das ist OK. Hier geht es um Selbstheilung, und Vergebung ist der Weg, der innere Freude und inneren Frieden bringt. Wenn Dir innere Freude und innerer Frieden wichtiger sind als der Wechsel zwischen Genugtuung, dem anderen eins ausgewischt zu haben, und dem Schmerz, wieder aufs Neue verletzt worden zu sein, dann lies weiter.

„Karma ist die Ursache für Erfolg und Mißerfolg in allen Aspekten des Lebens.“
Dr. und Master Zhi Gang Sha

Wenn Master Sha von allen Aspekten des Lebens spricht, schließt das unsere körperliche, emotionale, mentale und spirituelle Gesundheit mit ein. Da Karma auf Ursache und Wirkung beruht, können zum Beispiel unerklärliche Schmerzen im rechten Bein darauf hin deuten, dass wir in früheren Leben andere Menschen (oder Tiere) am rechten Bein verletzt haben oder dafür verantwortlich waren, daß sie Schmerzen im rechten Bein hatten. Wir brauchen nicht zu wissen, was wir genau getan oder nicht getan haben, um eine Vergebungsübung durchzuführen. Im gerade beschriebenen Fall könnte sie etwa so aussehen:

„Liebe alle Seelen, denen ich und meine Ahnen in diesem und allen früheren Leben geschadet habe im Zusammenhang mit Schmerzen im rechten Bein, ich liebe, ehre und wertschätze euch. Bitte kommt.“ Die betreffenden Seelen werden nun kommen und sich vor Dich stellen. Du kannst ihnen danken, daß sie gekommen sind, und fortfahren: „Ich bitte Euch von ganzem Herzen um Vergebung für allen Schaden und alles Leid, das ihr durch mich und meine Ahnen in diesem und allen früheren Leben erfahren habt. Wir danken Euch für die Lektionen, die ihr uns gebt und die der Grund dafür sind, daß ich Schmerzen im rechten Bein habe. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt und werde diese Fehler nie wieder machen. Ich verspreche Euch, zu dienen, damit alle gesünder und glücklicher werden.“

Je mehr diese Worte von Herzen kommen, je tiefer Du sie als wahr empfindest, desto mehr Seelen werden Dir vergeben und gehen, weil ihr Auftrag erfüllt ist. Jetzt kommt die andere Seite:

„Liebe alle Seelen, die mich und meine Ahnen in diesem und allen früheren Leben verletzt haben, so daß wir Schmerzen im rechten Bein haben und hatten, ich liebe, ehre und wertschätze euch. Bitte kommt.“ Auch diese Seelen kommen und stellen sich nun vor Dich. „Meine Ahnen und ich vergeben Euch allen Schaden und alles Leid, das ihr uns zugefügt habt in diesem und allen früheren Leben bedingungslos. Ihr habt nun keine spirituelle Schuld mehr uns gegenüber. Wir wünschen uns, daß alle Beteiligten frei von diesen karmischen Verstrickungen ihre Seelenreise fortsetzen können. Bitte nehmt unsere Vergebung an, und wir bitten Euch auch von ganzem Herzen, Euch selbst zu vergeben.“

Schließlich, und das ist ganz wichtig: „Ich vergebe mir selbst und meinen Ahnen hiermit vollständig, auf allen Ebenen. Danke.“

Jetzt haben wir mit allen beteiligten Seelen gesprochen und Vergebung in beide Richtungen angeboten. Schon das kann Wunder bewirken. Wir haben aber zusätzlich die Möglichkeit, uns kraftvolle Verstärkung zu holen, und das tun wir jetzt:

„Liebes Göttliches, liebe Quelle, liebe alle unsere spirituellen Väter und Mütter, wir lieben, ehren, wertschätzen Euch, bitte kommt.“ Wenn Du bereits eine oder mehrere Übertragungen von Master Sha empfangen hast, sei es aus einem Buch, von einem Weltweiten Repräsentanten oder von Master Sha persönlich, kannst Du diese ebenfalls anrufen. Wenn nicht, kannst Du immer die Seele des göttlichen Seelenlieds „Liebe, Frieden und Harmonie“ zusätzlich einladen. Dann sagst Du: „Könnt ihr bitte kommen und ein Vergebungs-Blessing geben für alle Seelen, die ich gerufen habe, und mich? Danke.“

Jetzt beginnst Du, zu chanten. Du kannst das Mantra „Liebe, Frieden und Harmonie“ anhören und dazu singen, oder du chantest „Göttliche Vergebung, Göttliche Vergebung, Göttliche Vergebung…“. Wenn du die Kalligraphie „Da Kuan Shu“ hast (etwa aus dem Buch „Wunder der Seelenheilung“), kannst Du „Da Kuan Shu“ oder „Größte Vergebung“ chanten und die Kalligraphie mit den Fingern immer wieder nachzeichnen. Laß dich führen von Deiner Seele, vertraue Deiner Eingebung, was in jedem einzelnen Moment gerade paßt. Meistens ist das, was uns „zufällig“ gerade „einfällt“, genau das, was gerade am kraftvollsten ist. Chante so lange, wie es sich für Dich richtig anfühlt. Wenn Du die Vergebungsübung beenden willst, sagst Du: „Hao Hao Hao, Danke Danke Danke, Gong Song, Gong Song, Gong Song.“ Hao bedeutet so etwas wie „gut“, und mit „Gong Song“ bitten wir alle Seelen, die wir gerufen haben, respektvoll, wieder zurückzukehren dorthin, wo sie hergekommen sind.

Du kannst diese Vergebungsübung abwandeln und sie zum Beispiel nur mit der Seele einer Person, mit der Du gerade einen Konflikt hast, durchführen. Oder Du kannst pauschal alle Seelen rufen, die Du jemals verletzt hast sowie alle, die Dich jemals verletzt haben. Mach es so, wie es sich für Dich in jedem einzelnen Moment richtig anfühlt.

Mit jeder Vergebungsübung bauen wir negatives Karma ab. Jede Vergebungsübung bringt uns einen Schritt näher zu Liebe, Frieden und Harmonie. Letztlich ist jede Art von Wunderheilung im Kern ein Akt der Vergebung. Wenn Christus sagte: „Dir ist vergeben“, konnten Blinde sehen und Gelähmte aufstehen und gehen. Je größer und tiefer unser Wunsch nach Vergebung in uns wächst, desto mehr berührt dieser Wunsch das Göttliche und desto mehr Unterstützung erhalten wir vom Himmel.